Ideenfindung

Da die Tonspur sehr fragmentarisch ist, wollte ich keine Geschichte erzählen. Viel mehr ging es bei meiner Ideenentwicklung in Richtung episodisches Erzählen und Zerstückelung. In der Internetrecherche stiess ich schnell auf Titelsequenzen und Creditszenen, ein Thema welches mich ohnehin sehr interessiert. Beim Schauen einiger dieser Beispiele habe ich realisiert, dass mich Übergänge wie das Verwehen von Partikeln visuell sehr anspricht. Diese Art von Übergängen scheint besonders in Krimis und Sci-Fi Filmen/Serien üblich zu sein. 

In der ersten Woche des IDA Moduls haben wir einige Techniken zum Thema Ideenfindung angesehen. Persönlich werde ich oft durch Erlebnisse und aktuelle Geschehnisse inspiriert. Über Ostern war ich in England bei einer Freundin auf Besuch. In London sind wir in eine Strassensperre geraten, bei welcher die Gruppe XR – Extinction Rebellion für den Klimaschutz demonstrierte. Dies hat mir bereits schon sehr Eindruck gemacht. 

Am Abend waren wir noch in einer Kirche und haben uns Verdis Requiem angehört. Insbesondere das Stück Dies Irae hatte es in sich. Da es in Filmen oft in sehr dramatischen Szenen eingesetzt wird, hat es auch mich dazu angeregt, über eine etwas dystopischere Zukunft nachzudenken. 

Meine Idee war ursprünglich, eine Titelsequenz für eine Serie über eine Welt zu machen, in der die Extinction Rebellion versagt und die Zukunft eintritt, die sie voraussagen. Das Logo der Exinction Rebellion ist ein geschlossenes X in einem Kreis, welches eine Sanduhr darstellt. Es symbolisiert die Tatsache, dass die Zeit davon läuft und immer mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. Der Sand der verweht kann in der Technik der verwehenden Partikel ebenfalls ideal aufgegriffen werden. 

Eine Zukunft ohne Massnahmen für den Klimaschutz hat laut Extinction Rebellion:

  • Gletscher/Eisschmelze
  • Überflutung
  • Extreme Wetterverhältnisse
  • Waldbrände
  • Keine Ernten
  • Nahrungsmittelknappheiten
  • Massenmigrationen
  • Massenaussterben

 

Das Zukunftsbild umgesetzt ist sehr dystopisch und macht Angst. Ich dachte zuerst, es wäre interessant, eine Titelsequenz zu machen, in welcher diese Katastrophen dargestellt würden und habe deshalb einen kleinen Animatic gemacht. 

Der Animatic war mir aber zu fest eine Werbung oder einen Trailer für die Sache der Extinction Rebellion. 

Obwohl ich dem nicht gänzlich abgeneigt wäre, entschied ich mich die Idee der Titelsequenz einer Sci-Fi Serie zu verfolgen. 

 

Diese beiden Pressebilder haben mich sehr berührt. Ich habe die Klimademos bisher als sehr positiv und hoffnungsvoll empfunden. Diese Bilder machen mir allerdings eher Angst, denn obwohl die XR sich selbst als Gewaltfrei gebrandet haben versuchen sie Menschen mit Angst zu manipulieren. Ich verstehe, dass der Klimawandel gefährlich ist, allerdings weiss ich nicht ob ich hinter dieser Art von Angstmacherei stehen kann. 

Um nicht wieder in die Kategorie der Werbung zu falle würde ich vorschlagen, dass man fragmentarischer arbeitet und genau diese grusligen Szenen mit den vermummten Gestalten und dem ausleeren der roten Farbe auch gezeigt werden.